Nachhaltige Geldanlagen: Wie kann man nachhaltig Geld anlegen?

Immer mehr Menschen möchten wissen, wie kann man nachhaltig Geld anlegen und was passiert mit meinem Geld? Das Angebot an nachhaltigen Geldanlagen wie Ökofonds, grüne Aktien und ethische ETFs wächst rasant.

In diesem Artikel möchte ich dir daher verschiedene Anlagemöglichkeiten zeigen, besondere Vorteile und Nachteile darstellen und Tipps geben wie du nachhaltig Geld investieren kannst.

Das Wichtigste in Kürze: Wie kann man nachhaltig Geld anlegen?

Was heißt nachhaltig investieren?

Als erstes möchte ich versuchen den Begriff zu klären. Für die Geldanlage mit ökologischen, ethischen oder sozialen Aspekten gibt es viele Bezeichnungen: Grünes Geld, Impact Investment, ethische Geldanlage, Sustainable and Responsible Investment und vieles mehr. Das alles findet sich wieder unter dem Begriff: “Nachhaltig”.

Da es verschiedene Definitionen gibt, möchte ich folgendes Verständnis verwenden: Nachhaltigkeit in Unternehmen und bei der Geldanlage bedeutet, für alle Anspruchsgruppen dauerhaft Wert zu schaffen. Sowohl für die Investoren, Mitarbeiter, Kunden wie für die Geschäftspartner und die Gesellschaft als Ganzes. Ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung gehören dabei zusammen.

Für viele Firmen ist das Pariser Klimaabkommen eine wichtige Verpflichtung. Das Übereinkommen wurde auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris von 197 Nationen beschlossen und sieht vor, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.

Grafik: United Nations

Zentrales Leitbild der Handlungsfelder für die nachhaltige Entwicklung sind die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen. Wirtschaftsunternehmen können entsprechend positiv oder negativ zur Veränderung beitragen.

Nachhaltige Geldanlagen

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V., ein Fachverband aus Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Finanzberatern, usw. definiert nachhaltige Geldanlagen wie folgt:

“Nachhaltige Geldanlagen ist die allgemeine Bezeichnung für nachhaltiges, verantwortliches, ethisches, soziales, ökologisches Investment und alle anderen Anlageprozesse, die in ihre Finanzanalyse den Einfluss von ESG (Umwelt, Soziales und Governance)-Kriterien einbeziehen. Es beinhaltet auch eine explizite schriftlich formulierte Anlagepolitik zur Nutzung von ESG-Kriterien.”

CSR, SRI, ESG Bedeutung

In der Finanzwelt findest du verschiedene Abkürzungen, wie CSR, SRI und ESG:

  • CSR: Corporate Social Responsibility
    Bedeutet die soziale und gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens. Am bekanntesten ist der Begriff durch die CSR-Berichtspflicht für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter. Die Firmen müssen in ihrem Lagebericht nicht-finanzielle Informationen zu Themen wie Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Diversity offenlegen.
  • SRI: Social Responsible Investment oder Sustainable and Responsible Investing
    Steht für ethische Geldanlage, die auch soziale und/oder ökologische Kriterien berücksichtigt. Immer häufiger ist damit eine auf ESG-Kriterien ausgerichtete Geldanlage gemeint.
  • ESG: Environmental, Social, Governance
    Bedeutet Umwelt, Soziales/Ethik und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Um eine nachhaltige Geldanlage zu erkennen, solltest du darauf achten, dass diese die ESG-Kriterien in einem hohen Maße erfüllt.

ESG Investment: Kriterien und Ansätze

Leider gibt es in der Finanzwelt keinen übergreifenden Standard. Es gibt zum Teil sehr große Unterschiede, so dass die Produkte nur mit genauerer Recherche vergleichbar sind. Um mit gutem Gewissen investieren zu können, musst du also selbst prüfen wie gut ein Finanzprodukt die ESG-Kriterien erfüllt. Die gängigsten Ansätze sind dabei:

Ausschlusskriterien

Durch Ausschlusskriterien werden bestimmte Unternehmen, Branchen oder Staaten vom Investmentprodukt ausgeschlossen, wenn bestimmte Anforderungen nicht erfüllt werden. Im Prinzip geht es darum Schlechtes zu vermeiden. Häufig werden zum Beispiel alle Unternehmen ausgeschlossen, die in den Bereichen Tabak, Waffen, Atom oder Erdöl tätig sind. Ein Ausschlussgrund kann auch sein, wenn gegen internationale Arbeitsnormen oder Umweltstandards verstossen wird, wie bei grober Verletzung von Menschenrechten. Als Ausschlusskriterium für Staaten kann die Anwendung der Todesstrafe gelten. Du musst dir individuell anschauen, ob die Kriterien für dich ausreichend sind und gut definiert wurden.

Best in Class

Best in Class bedeutet, der Beste in seiner Klasse zu sein. Bei diesem Ansatz werden Unternehmen evaluiert, die hinsichtlich ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance) besonders führend sind. Zum Beispiel können dies ein gut etabliertes Umwelt- und Risikomanagementsystem, Effizienzsteigerungen im Energie- und Ressourcenverbrauch oder Massnahmen gegen Diskriminierung sein. Auch hier müssen relevante Kriterien hinreichend exakt definiert sein. Dieser Ansatz wird allerdings häufig für sehr weiche und niedrige Anforderungen kritisiert. Zudem können die Unternehmen in einer kritischen oder energieintensiven Branche tätig sein. Der etwas weniger umweltschädliche Konzern ist dann noch lange nicht umweltfreundlich.

ESG-Integration

Bei diesem Ansatz werden ESG-Ratings in den Auswahlprozess von Aktien mit einbezogen. Neben vielen anderen Finanzkennzahlen der klassischen Unternehmensanalyse werden dabei explizit ESG-Faktoren als Bewertungskriterium berücksichtigt. Dieses Konzept findet man neben dem Ausschlussverfahren in vielen Finanzprodukten. Ein Problem ist hier jedoch, dass die ESG-Ratings nur so gut sein können, wie die zugrunde liegende Datenbasis. Zum Teil basieren diese auf Selbstauskünften der Unternehmen. Zudem können sich die Bewertungskriterien und deren Gewichtung erheblich unterscheiden. Das führt je nach Anbieter dann zu ESG-Scores die weit auseinander liegen.

Positivkriterien

Mit diesem Vorgehen geht es darum Gutes zu unterstützen. Es wird dabei vorrangig oder ausschließlich in Unternehmen investiert, die umweltorientierte Produkte anbieten, besonders umweltfreundlich produzieren oder über besonders sozialverträgliche Beziehungen zu Stakeholdern verfügen.

Themenbasiert

Bei diesem Ansatz fokussieren sich Anleger auf eine spezifische Branche bzw. Sektor. Gängige Branchen sind hier zum Beispiel erneuerbare Energien, ökologische Immobilien, nachhaltige Rohstoffe wie Wald, Agrar, und Wasser, soziale Projekte, Kultur oder Bildung. 

Impact Investing

Bei sogenannten Impact Investments geht es darum neben finanziellen Erträgen eine messbare soziale oder ökologische Wirkung zu erzielen. Das Besondere ist, dass positive soziale und/oder ökologische Wirkungen möglichst direkt und nachweisbar sein sollen. Impact Investing geht somit etwas weiter über die bisherigen ESG- oder SRI-Ansätze hinaus. Sehr häufig sind Impact Investments projektspezifisch. Im Gegensatz zur Spenden basierten Unterstützung von Nonprofit-Organisationen erwarten Anleger finanzielle Erträge.

Die hier beschriebenen Ansätze überschneiden sich zum Teil miteinander. In der Praxis findest du sie daher öfters auch in verschiedenen Kombinationen wider. Zum Beispiel die Investitionsansätze “Best in Class” + Ausschlusskriterien kombiniert.

Höhere Rendite und Risikoreduzierung

In meiner Checkliste Aktienkauf habe ich als einen Punkt aufgeführt, dass Unternehmen die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz achten, langfristig geringere Risiken haben und damit eine sicherere Rendite erzielen können. Darüber hinaus können Unternehmen durch Ressourcen schonende Produktion Kosten sparen und somit unterm Strich höhere Renditen erzielen.

Nachhaltigkeit zahlt sich also auch finanziell aus. Im Vergleich zum Beispiel des MSCI World Index mit der nachhaltigen Variante MSCI World SRI liegt der Wertzuwachs über die letzten 12 Monate um fast 5 Prozent höher.

iShares MSCI World SRI UCITS ETF (ISIN: IE00BYX2JD69) vs. MSCI World Index | Grafik: comdirect Chartvergleich

MSCI World SRI Index

Der MSCI World ist ein globaler Aktienindex, der die Kursentwicklung von mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet. Die MSCI SRI Variante des Index schließt Unternehmen aus den Bereichen Waffen, Alkohol, Tabak, gentechnisch veränderte Organismen, Kernenergie oder Kraftwerkskohle aus. Ebenso ausgenommen sind Firmen die gegen den UN Global Compact verstoßen oder kontroverse Geschäftspraktiken aufweisen. Aus den weiter verbleibenden Sektoren werden jeweils nach dem Best in Class Ansatz die besten 25% der Aktien anhand von ESG Ratings ausgewählt.

Warum dein Geld nachhaltig anlegen?

Durch dein Investment stellst du Unternehmen Geld zur Verfügung. Du entscheidest damit in gewisser Weise wofür es eingesetzt werden kann. Nachhaltiges Investment bedeutet, dass die Gewinnerwirtschaftung nicht zum Schaden von Mitmenschen oder zu Lasten der Umwelt erfolgt und am besten gezielt eine sozial-ökologisch ausgerichtete Wirtschaftsweise fördert. Mit einer bewussten Wahl der Geldanlage kannst du Einfluss auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Richtung Nachhaltigkeit nehmen. Konkret bedeutet das:

  • Du setzt ein Signal für eine zukunftsfähige Wirtschaftsweise und förderst einen sinnvollen Wertewandel und die Steigerung der allgemeinen Lebensqualität.
  • Du unterstützt Projekte, Unternehmen und Staaten, die einen positiven Beitrag für Gesellschaft und Umwelt leisten.
  • Der Geldhahn für nicht zukunftsfähige ökonomische Aktivitäten wird gedrosselt.

Und nicht zuletzt kannst du ohne schlechtes Gewissen eine gute Rendite erzielen. Die Art der Steuerungsmöglichkeiten hinsichtlich ESG Kriterien hängt von der Wahl des gewählten Instruments ab. Nachhaltige Anlagemöglichkeiten findest du im folgenden Überblick:

Nachhaltige Fonds

Ein Fonds enthält viele verschiedene Wertpapiere. Hier möchte ich auf Aktienfonds fokussieren. In erster Linie unterscheidet man aktiv gemanagte Fonds und passive Fonds (sogenannte ETF). Der Vorteil von aktiven Fonds ist, dass ein Fondsmanager die Werte sehr genau unter die Lupe nehmen und nach spezifischeren Kriterien auswählen kann. Ein großer Nachteil sind die deutlich höheren Kosten. Bank Berater empfehlen allerdings häufig aktiv gemanagte Fonds, da sie daran mehr verdienen. Diese Gebühren zahlst du entsprechend mit. Dabei kann nicht einmal die Hälfte der aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex übertreffen. Die manuelle Auswahl der Unternehmen bietet grundsätzlich mehr Möglichkeiten eine dezidierte nachhaltige Strategie umzusetzen. Schau dir die Auswahlkriterien und die größten im Fonds enthaltenen Aktien genau an. Hier findest du eine Auswahl ethisch-ökologische Fonds:

NameGreen benefit Global Impact Fund – PÖkoworld Ökovision ClassicTriodos Pioneer Impact FundNordea 1 Global Climate & EnvironmentGLS Bank Aktienfonds
WKN / ISINA12EXH / LU1136260384974968 / LU0061928585A0RJ3B / LU0278272843A0NEG2 / LU0348926287A1W2CK / DE000A1W2CK8
Laufende Kosten2,49 %2,31 %1,77 %1,83 %1,54 %
Ausgabe Aufschlag5 %5 %3 %5 %0 %
Sparpläne Anbieter AuswahlebaseSmartbroker, comdirect, Consorsbank, ebaseTriodos BankSmartbroker, comdirect, Consorsbank, ebaseGLS Bank, ebase
Entwicklung letzte 12 M.169 %13,9 %9,6 %17,9 %14,1 %
TypAktien InternationalAktien InternationalAktien InternationalAktien InternationalAktien International
ESG-AnsatzPositivkriterien + Ausschlusskriterien Positivkriterien + Ausschlusskriterien Positivkriterien + Ausschlusskriterien PositivkriterienPositivkriterien + Ausschlusskriterien
FNG-Siegel--3/3--
Morningstar Sustainability1/55/53/55/54/5
Climetrics Rating4/54/55/54/54/5
Stand 11/2020 Änderungen vorbehalten

Nachhaltige ETF

Passive Fonds (ETF) bilden definierte Aktienlisten (Indizes) nach. Der bekannteste Index in Deutschland ist beispielsweise der DAX. ETF stellen computergesteuert 1:1 den gewählten Index dar. Ein DAX ETF beinhaltet entsprechend Aktien der 30 Unternehmen des DAX Index. ETF steht für “Exchange Traded Funds” und bedeutet börsengehandelte Indexfonds. Der große Vorteil von ETF sind die geringen Kosten. Die Performance liegt dabei logischerweise immer nah am ausgewählten Index. Der MSCI World liegt zum Beispiel bei einer mittleren Rendite von ca. 8 % pro Jahr. Als Basis für Einsteiger sind ETF gut geeignet. Allerdings musst du auch hier genau schauen ob die zugrunde liegende ESG-Kriterien für dich passen.

NameUBS ETF - MSCI World Socially Responsible UCITS ETF - USD DISiShares Global Clean Energy UCITS ETF - USD DISiShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS ETF - USD ACCiShares MSCI Europe SRI UCITS ETF - EUR ACCBNP Paribas Easy MSCI World SRI S-Series 5% Capped - EUR ACC
WKN / ISINA1JA1R / LU0629459743A0MW0M / IE00B1XNHC34A1H7ZT / IE00B57X3V84A1H7ZS / IE00B52VJ196A2DVEZ / LU1615092217
Laufende Kosten0,22 %0,65 %0,60 %0,20 %0,25 %
Fondsvolumen3,35 Mrd. EUR3,52 Mrd. EUR371 Mio. EUR2,65 Mrd. EUR700 Mio. EUR
Sparpläne Anbieter AuswahlSmartbroker, comdirect, ConsorsbankSmartbroker, comdirect, ConsorsbankSmartbroker, comdirect, ConsorsbankcomdirectSmartbroker, comdirect, Consorsbank
Entwicklung letzte 12 M.6,6 %100 %4,3 %3,4 %12 %
DividendenAusschüttendAusschüttendThesaurierendThesaurierendThesaurierend
ESG-AnsatzAusschlusskriterienThemenbasiertAusschlusskriterienAusschlusskriterienAusschlusskriterien
Morningstar Sustainability5/55/54/55/55/5
Climetrics Rating4/55/55/5--
Stand 11/2020 Änderungen vorbehalten

Weitere Informationen zu grünen und nachhaltigen ETFs findest du hier im Artikel “Nachhaltige ETF: ESG Depot Beispiel”.

FNG-Siegel, ESG Ratings und Recherche

Für die ethisch-ökologische Fonds und ETF Auswahl gibt es am Markt verschiedene Anbieter, die versuchen eine Nachhaltigkeitsbewertung vergleichbar zu machen. Die bekanntesten Anbieter im Überblick:

  • Das FNG-Siegel steht für Transparenz und Standardisierung. Ausgeschlossen sind Investitionen in Waffen. Für Kohlebergbau und Atomkraft gilt allerdings eine Umsatzgrenze von 5 Prozent. Kohleverstromung wird bis 30 Prozent Umsatzgrenze toleriert. Da Fondsanbieter für das Siegel eine Lizenzgebühr bezahlen müssen, sind insbesondere etablierte Ökofonds nicht bewertet.
  • Das Morningstar Sustainability Rating möchte Investoren helfen den Einfluss von ESG-Kriterien zu bewerten. Die Daten des Fonds-Ratings basieren auf den ESG Risk Ratings von Sustainlytics. Diese betrachten Nachhaltigkeits-Risiken, welche finanzielle Folgen für das Unternehmen haben können. Ein niedriges ESG Risiko wird mit 5 bewertet. Ein hohes ESG Risiko wird mit 1 bewertet.
  • Das Climetrics Rating gilt als das weltweit erste Klima-Rating für Aktienfonds und ETFs. Dahinter stehen die globale Non-Profit-Organisation CDP und ISS-Ethix Climate Solutions. Das Scoring untersucht Fonds auf drei Ebenen: enthaltene Aktien, Investment Policy und Umgang des Asset Managements mit Klima-Angelegenheiten. Die Bewertung erfolgt von 1 (niedrig) bis 5 (am besten) grünen Blättern.
  • Das Magazin ECOreporter bewertet nachhaltige Fonds und ETFs mit einem Notensystem, das sowohl finanzielle als auch nachhaltige Aspekte berücksichtigt. Es wird allerdings mehr Wert auf eine stringente Umsetzung der ESG Kriterien gesetzt und nicht bewertet wie nachhaltig die jeweilige Anlagestrategie ist. Das möchte man den Anlegern überlassen.
  • Über die Datenbank von Faire-Fonds.info kannst du zahlreiche Fonds und ETF auf kontroverse Unternehmensbeteiligungen überprüfen und anzeigen lassen. Das Tool ist wirklich super, da du die kritischen enthaltenen Unternehmen identifizieren und dann für dich entscheiden kannst, ob du diese Geschäftsmodelle und Unternehmenspraktiken mit deinem Gewissen vertreten kannst.

Nachhaltige Aktien

Eine der besten Möglichkeiten der nachhaltigen Geldanlage sind direkte Aktieninvestments. Mit einer Aktie gehört dir ein Teil des Unternehmens. Als Aktionär kannst du meist auch ein Stimmrecht ausüben und hast damit einen (sehr) kleinen Einfluss auf die Strategie des Unternehmens. Durch die Veröffentlichungspflichten und Geschäftsberichte der Unternehmen ist das Investment sehr transparent. Du kannst also sehr genau bestimmen welche Geschäftsmodelle und Branchen du unterstützen möchtest. Einzelne Aktienwerte kannst du direkt auf ihr ESG Rating recherchieren. Beachte jedoch, dass für ein Portfolio aus Einzelaktien etwas mehr Zeit für die Recherche und Auswahl benötigt wird. Ein gutes Aktiendepot kann realistisch eine Rendite über 15 % pro Jahr erzielen. Um das Risiko zu reduzieren solltest du deine Geldanlage mindestens auf 10 – 30 Aktienwerte gleichmäßig verteilen. Lese hierzu auch meine Checkliste Aktienkauf.

Alternative grüne Geldanlagen

Grüne RoboAdvisor

Der Begriff Robo-Advisor kommt aus dem Englischen und bedeutet “Roboter-Berater”. Konkret handelt es sich um ein Computerprogramm das nach vorgegebenen Regel und Algorithmen selbstständig Geld anlegen und verwalten kann. Die meisten mir bekannten grünen RoboAdvisor investieren dabei in Fonds und ETF. Da man jedoch für die Robo-Verwaltung zusätzliche Gebühren zwischen 0,15 % – 0,65 % bezahlt, würde ich empfehlen hier lieber selbst die Auswahl der Fonds zu übernehmen. Darüber hinaus ist auch nicht immer die nachhaltige oder soziale Anlagestrategie des RoboAdvisor völlig transparent. Sinnvoll wäre für mich ein RoboAdvisor der direkt in Aktien investiert. Hier ist mir am Markt bisher nur Solidvest bekannt. Leider fehlt diesem das Thema Nachhaltigkeit als Themenschwerpunkt.

Genossenschaften

Eine interessante Alternative können vereinzelte Beteiligungen an Genossenschaften sein. Man wird hierzu Mitglied einer Gemeinschaft und unterstützt einen bestimmten Zweck. Erfolgreich arbeitende Genossenschaft erzielen zumindest eine gewisse Rendite von ca. 2 – 5 %. Ein Nachteil ist aber, dass die Geldanlage meist längerfristig gebunden ist. Wichtig ist auch zu klären ob eine Nachschusspflicht besteht. Um vertrauenswürdige Genossenschaften zu erkennen, solltest du dir das jeweilige Projekt genau anschauen und die sieben Kriterien des Genossenschaftsverband beachten:

  • Die Satzung der Genossenschaft wird Beitrittswilligen zur Verfügung gestellt.
  • Die Mitglieder erhalten Daten, Zahlen, Fakten zum Geschäftsverlauf.
  • Genossenschaftsanteile dienen nicht der Geldanlage.
  • Hohe Renditeversprechen sind ein Warnsignal.
  • Jede Genossenschaft erklärt genau, wie sie ihre Mitglieder fördert.
  • Mitglieder- und Vertreterversammlungen finden regelmäßig statt.
  • Die Wirtschaftlichkeit wird regelmäßig geprüft.

Am besten sind regionale Genossenschaften für Projekte die du aktiv unterstützen möchtest. So wie zum Beispiel die EWS Schönau aus einer Bürgerinitiative gestartet sind. Dann kannst du auch an Mitgliederversammlungen teilnehmen. Weitere bekannte nachhaltige Genossenschaften sind beispielsweise OEKOGENO, GLS Bank, Greenpeace Energy oder The Generation Forest. Beachte auch hier den Aspekt der Diversifikation und streue deine Investments entsprechend breit.

Crowdfunding

Immer beliebter wird das Crowdfunding bzw. Crowdinvesting für nachhaltige Projekte. Über eine Crowdfunding-Plattform wie Bettervest, WIWIN, ecoligo.investments, KlimaSchwarm oder Green Rocket kannst du spezifische Vorhaben auswählen und direkt dein Geld investieren. Eine Rendite von ca. 5 – 8 % scheint relativ attraktiv. Du musst aber beachten, dass es sich meist um ganz neue Projekte oder Start-ups handelt, die noch gar kein Geld verdienen. Das bedeutet, dein Risiko das gesamte Kapital zu verlieren ist deutlich höher als bei etablierten Unternehmen und langfristig steigenden Aktien.

Ich hoffe dieser Überblick mit verschiedenen Ansätzen der ökologischen Geldanlage hilft dir weiter bei der Frage “Wie kann man nachhaltig Geld anlegen?.


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